Für die Überwinterung von Griechischen Landschildkröten gibt es verschiedene Möglichkeiten. In diesem Beitrag gehe ich auf die natürlichste Variante, die Überwinterung in einem Frühbeet, ein.

Wie ich zuvor schon erwähnte, ist diese Variante die natürlichste. Die Schildkröten können ihrem natürlichen Instinkt folgen und die Überwinterung mehr oder weniger selbstständig vornehmen.
Damit diese Überwinterungsmethode in unseren Breitengraden auch zuverlässig und ohne Verluste funktioniert, müssen einige Sachen beachtet werden.

Beginnen möchte ich mit dem Aufbau des Frühbeetes.
Das Frühbeet muss zwingend ein Fundament aufweisen. Dieses Fundament schützt die Schildkröten unter anderem vor Mäusen oder Ratten. Zudem isoliert das Fundament das Erdreich, vor allem wenn man das Fundament noch zusätzlich von außen isoliert. Das Fundament sollte etwa auf eine Tiefe von 80cm reichen. Auf dieser Tiefe gibt es im Normalfall den ganzen Winter keinen Frost.
Das Fundament kann man aus Steinen mauern oder direkt ein aus Beton gießen.

In vielen Büchern oder anderen Medien ließt man oft, dass der Boden mit Gitter abgedeckt werden soll. Ich persönlich bin davon kein Fan, denn wenn der Fall auftreten sollte, dass die Schildkröten sich bis ganz nach unten gegraben haben, würden sie sich im Drahtgitter verfangen. Deshalb empfehle ich den Boden mit Betonplatten auszulegen. Beim verlegen sollte lediglich darauf geachtet werden, dass zwischen den Platten Fugen von 0.5 – max. 1 Zentimeter entstehen. Durch diese Fugen kann überschüssiges Wasser abfließen, Mäuse oder andere Tiere können durch diese Fugen jedoch nicht hineinkommen. Zudem besteht durch diese Fugen auch ein Luftaustausch mit dem Erdreich.

Häufig wird auch empfohlen, Schutzhäuschen aus Holz in das Frühbeet zu stellen. Ich finde das nicht zwingend nötig: Ich habe bei meinen Schildkröten die Beobachtung gemacht, dass sie sich lieber unter Pflanzen als unter einem Holzhäuschen verstecken. Außerdem fühlen sich auch Ratten und Mäuse unter den Schutzhäuschen wohl.

Frübeet von innen

Den ganzen Herbst hindurch sollte den Schildkröten genügend Wasser zur Verfügung stehen. Dieses benötigen sie um den Darm zu entleeren. Sie müssen jedoch nicht wie vielerorts beschrieben noch extra gebadet werden. Steht ihnen genügend Wasser zur Verfügung, baden sie von selbst.
Mit abnehmender Temperatur und abnehmender Lichtintensität werden die Schildkröten immer inaktiver und vergraben sich schlussendlich. Dabei sollte man beachten, dass sich wirklich alle Schildkröten im Frühbeet vergraben. Außerhalb des Frühbeetes wird es schwierig für die Schildkröten erfolgreich zu Überwintern.

Durch den Winter hindurch sollte die Temperatur im Frühbeet überwacht werden. Dies kann man mit einem handelsüblichen Thermometer sehr gut realisieren.
Strebt man eine automatische Lösung an, so kann man die Temperatur auch mit einem Mikrocontroller aufzeichnen lassen(ein Beispiel ist meine Seite skhaller.ch, realisiert mit einem Raspberry Pi). Bei einer Tiefe von 80 Zentimetern ist eine zusätzliche Beheizung nur im äußersten Notfall nötig.
Auch sollte die Bodenfeuchtigkeit während der ganzen Überwinterungszeit im Auge behalten werden. Sie darf nicht zu hoch und nicht zu tief sein. Der Boden sollte immer leicht feucht sein, aber niemals zu nass.
Ist der Aufbau des Frühbeetes gut ausgeführt worden, hält sich die Feuchtigkeit relativ konstant. Bei meinem Frühbeet brauche ich den ganzen Winter lang kein zusätzliches Wasser einzubringen.

Im Frühling sollte am besten gewartet werden, bis die Schildkröten selbstständig aus der Erde her vorkommen. Ab diesem Zeitpunkt muss die Temperatur wieder beobachtet werden. Sobald sie aus der Erde sind sollte die Temperatur nicht mehr unter 10 Grad fallen. Falls nötig muss wieder geheizt werden.

Schlussendlich ist die Überwinterung immer eine Erfahrungssache. Man muss auf die Umstände und die Schildkröten achten. Die Werte die ich hier angebe sind nur Richtwerte. Es kann bei Ihren Schildkröten ganz anders sein.

Hinterlassen sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .